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Der bewusste Umgang mit Geschenken

  • Autorenbild: andrea fueglistaler
    andrea fueglistaler
  • 24. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

In diesem Beitrag soll es nicht nur darum gehen, was man mit ungeliebten/unbenutzten Geschenken macht oder dass man sie ohne schlechtes Gewissen aussortieren darf. Es soll etwas tiefer gehen.


Weniger Materielles - mehr Umarmungen!
Weniger Materielles - mehr Umarmungen!

Der Moment des Schenkens

Klar steht zuerst der Grundsatz im Raum: Beim Schenken geht es primär um den Moment. Es geht um die Freude, etwas zu bekommen oder jemandem eine Aufmerksamkeit zu geben– und umgekehrt. Oft schleicht sich jedoch später, wenn man eigentlich ausmisten möchte, das schlechte Gewissen ein. Man sorgt sich um die Verbindung zur schenkenden Person oder denkt: „Sie wäre bestimmt wütend oder enttäuscht, wenn ich das Geschenk weggebe.“

Doch ganz oft ist das Gegenteil der Fall: Die Beziehung wird nicht beeinträchtigt, nur weil man einen Gegenstand gehen lässt. Niemand, dem du wirklich am Herzen liegst, möchte, dass ein Geschenk für dich zur Belastung wird.


Kommunikation ist der Schlüssel

Du kannst nach und nach in dein Leben integrieren, den Leuten ehrlich zu sagen, was du dir wünschst. Erkläre ihnen, dass du keine Dinge magst, die am Ende nur herumstehen. Vielleicht freust du dich viel mehr über etwas Selbstgemachtes oder einen Verbrauchsgegenstand – Dinge, die man aufbrauchen kann und die keinen Platz wegnehmen. Das macht es für beide Seiten einfacher. Und dein Zuhause wird nicht unnötig voller.


Die Angst vor dem Konflikt

Natürlich „klingelt der Wecker“ vor allem dann, wenn dir Beziehungen sehr wichtig sind. Man möchte nichts falsch machen und die Harmonie nicht gefährden. Aber versuch, an dieser Einstellung zu arbeiten. Frage dich selbst: Wärst du enttäuscht oder traurig, wenn jemand ein Geschenk von dir aussortiert? Würde das für dich die Beziehung verändern?

Falls ja, überlege dir vielleicht einmal, warum du so denkst. Vielleicht kannst du deine eigene Einstellung zum Schenken ändern: Wenn ich jemandem etwas schenke, dann tue ich das meist, weil ich der Person in diesem Moment eine Freude machen will. Was die Person danach damit macht, liegt in ihrer Freiheit. Schenkst du jemandem (den du vielleicht gar nicht so gut kennst) etwas aus reinem Gefühl der Verpflichtung, darfst du auch dies gerne mal hinterfragen.


Warum fühlt sich schenken manchmal schlecht an?

Der Druck des Schenkens entsteht meist dann, wenn die Intention (die Freude am Geben) durch die Konvention (das "Müssen") ersetzt wird. Wir verwechseln die Geste (die Wertschätzung) mit dem Objekt. Wenn wir uns verpflichtet fühlen, schenken wir oft nur „Zeug“, um die soziale Pflicht zu erfüllen – und genau das ist der Moment, in dem Geschenke zur Belastung für beide Seiten werden.


Bewusster schenken statt belasten

Ich selbst habe mit der Zeit aufgehört, einfach nur „Dinge“ zu schenken. Bevor ich etwas kaufe, frage ich mich:

  • Möchte ich die Person wirklich mit einer weiteren Sache belasten?

  • Ist es etwas, das sie sich schon lange wünscht?

  • Wäre ein Verbrauchsartikel sinnvoll?

  • Wieso will ich in diesem Moment eigentlich ein Geschenk machen? Aus Freude oder vermeintlicher Verpflichtung?


Wenn ich keine passende Antwort finde, lasse ich es lieber ganz sein. Denn Hand aufs Herz: Ich glaube, die schönsten Geschenke, die man jemandem machen kann, sind gemeinsame Zeit, eine innige, feste Umarmung und Vertrauen (uuund ein Alpaka-Spaziergang 😊).


Fazit

Klar ist: Im Moment des Schenkens freut sich jeder über eine Aufmerksamkeit. Schließlich hat jemand an einen gedacht, man spürt die Wertschätzung und die Verbindung zum anderen. Das ist ein wunderbares Gefühl!

Es geht vielmehr darum, was danach passiert. Wir dürfen lernen, dass uns das Objekt im längeren Zeitraum nicht belasten muss. Wahre Verbundenheit zeigt sich darin, dass wir offen mit unseren Freunden und der Familie darüber sprechen können, was uns wirklich guttut. Das spart nicht nur Geld und vermeidet Fehlkäufe, sondern macht unsere Beziehungen oft sogar noch tiefer und ehrlicher. Am Ende zählt nicht der Gegenstand im Regal, sondern das Wissen, dass wir einander wertschätzen – ob mit oder ohne materielles Geschenk.



Herzlich, Andrea






 
 
 

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